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20.12.2009 19:57 Alter: 8 Jahre

Mit PEP gegen Panik und Angst klopfen!

 

Im März 2010 erschien im Carl Auer Verlag ein Buch, in welchem erfahrene Psychotherapeuten für ihre Spezialgebiete den Nutzen der Klopftechniken aus der Energetischen Psychologie praxisnah darstellen. Mein eigener Beitrag in diesem Buch beschreibt die Bedeutung der Energetischen Arbeit für die Behandlung von Paniksyndromen.

Er wirft darüber hinaus auch Schlaglichter auf die jüngste Entwicklung meines eigenen psychotherapeutischen Konzeptes, zu dem die Energetische Psychologie wesentlich beigetragen hat.

Für Interessierte gebe ich hier eine kurze Zusammenfassung:

Die alltägliche Erfahrung in der psychotherapeutischen Praxis deutet darauf hin, dass sich Häufigkeit, Erscheinungsbild und Behandelbarkeit der Panikstörung in den letzten Jahren verändert haben (s. Schuster, 2006).

Ich stimme Schuster zu, dass die Zunahme dieser körperbezogenen Angstsymptomatik gesellschaftliche Hintergründe hat: Im Zeitalter kollektiver Verunsicherung ist der eigene Körper zur letzten Bastion von Halt, Identität und Anerkennung geworden und damit auch zunehmend zur Bühne psychischer Symptome. Die modernen Panik-Klienten sind nach außen hin keineswegs vom ängstlich-unsicheren Typ, sondern machen vielmehr einen "starken", selbstbewussten, leistungsorientierten und erfolgreichen Eindruck. Sie identifizieren sich mit einer äußerlich attraktiven Rolle, unliebsame und "schwache" Persönlichkeitsanteile werden häufig nicht bewusst wahrgenommen und verdrängt. Gilligan (1999) sieht die Symptome als Aufruf der vernachlässigten "zarten Seele" zu mehr Akzeptanz und Fürsorge in der Selbstbeziehung. Dieser Aufruf und die entsprechenden psychologischen Erklärungen des Therapeuten stoßen beim Klienten meist auf Widerstand, stört doch die Panik gewaltig das attraktive, wenn auch fassadenhafte Selbstbild.

Grundlage des modernen Paniksyndroms ist demnach eine von Ablehnung und mangelnder Fürsorge  geprägte Selbstbeziehung. Ehemals wirksame, klassisch verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze (z.B. nach Margraf & Schneider, 1990) beschränken sich auf Informationsvermittlung und Angstbewältigungstraining und greifen bei diesen Klienten viel zu kurz.

Eine effektive Behandlung muss auf der Ebene der Selbstbeziehung ansetzen und eine Integration von Verstandes-Selbst und emotionalem (Körper-)Selbst anstreben.

Innere Blockaden gegen bestimmte Persönlichkeitsanteile und gegen eine Veränderung des Selbstbildes müssen aufgelöst werden. Erst dann machen Maßnahmen zur Angstbewältigung Sinn. Da klassische Trainingsmaßnahmen häufig nicht mehr wirksam sind, braucht der Klient praktisches Handwerkszeug zur Selbstberuhigung. Vor allen Dingen aber sollte der Körper selbst als Schauplatz des Symptomgeschehens in die Behandlung mit einbezogen, eine achtsame, liebevolle Beziehung zum eigenen Körper entwickelt und eine angemessene Wahrnehmung körperlicher Signale geschult werden.

Mit Hilfe der Energetischen Psychologie kann ich an all diesen Zielen sehr lösungsorientiert arbeiten, vor allem wenn ich das Klopfen nicht nur als eine reine Selbstberuhigungstechnik nutze, sondern damit sehr prozessorientiert an der Selbstbeziehung und der nötigen Veränderung des Selbstbildes arbeite.

Im Buchbeitrag wird der Fall einer 36jährigen Klientin mit Paniksyndrom dargestellt, die ihr Leben sehr erfolgreich und selbstbewusst  innerhalb eines sicheren Rahmens gestaltete, ehe ein  körperlicher Zusammenbruch ihr Selbstbild völlig erschütterte und zur Entwicklung einer Panikstörung führte. Die Falldarstellung zeigt sehr deutlich auf wie wichtig die Arbeit an den inneren Blockaden und Widerständen ist, die einer für die seelische Gesundheit notwendigen persönlichen Veränderung im Weg stehen.

Literatur

Gilligan, S. (1999). Liebe dich selbst wie deinen Nächsten. Die Psychotherapie der Selbstbeziehung. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme Verlag.

Margraf, J. & Schneider, S. (1990). Panik. Angstanfälle und ihre Behandlung, Berlin: Springer Verlag.

Schuster, K. (2006). Reflektionen zum Störungsbild "Paniksyndrom". In: Forum Psychotherapeutische Praxis, 6(4), S.177-193.

Klopfen mit PEP

Prozessorientierte Energetische Psychologie in Therapie und Coaching

Michael Bohne (Hrsg.)

ca. 304 Seiten, Kt, 2010
ca. EUR 29,95
ISBN 978-3-89670-730-7

www.carl-auer.de


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